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2021/Januar 3

Verkehrspolitik und Klimaschutz

Der Klimaschutz wird zukünftig weiterhin ein bedeutender Schwerpunkt der Verkehrspolitik sein. Ein Thema ist die Vermeidung von gesundheitsschädlichem Feinstaub.

 

Seit ich zurückdenken kann, fand der Rutsch ins Neue Jahr erstmalig nahezu ohne privates Feuerwerk statt. Einige wenige brannten noch das Feuerwerk vom Vorjahr ab oder zündeten illegal erworbene Kanonenschläge. Am Neujahrstag waren die Straßen viel weniger verdreckt und nicht mit Partyabfällen übersäht. Am Morgen überraschte uns klare Luft. bei unserem Spaziergang. Etwa 2050 Tonnen Feinstaub (PM 10) entstehen pro Jahr durch Feuerwerk. Diese Menge entspricht knapp einem Prozent der insgesamt in Deutschland freigesetzten Feinstaubmenge. 1500 Tonnen Feinstaub könnten durch das Verbot des üblichen Feuerwerks zum Jahreswechsel vermieden werden.

 

Durch die CO 2 - Bepreisung (der Benzinpreise damit) und eine Erhöhung der Kfz-Steuer soll die Erzeugung von Verbrennungsabgasen eingeschränkt werden. Die Maßnahmen gelten dem Klimaschutz. Es soll ein Anreiz geschaffen werden, mit Elektroautos zu fahren oder alternative Fortbewegungsarten zu wählen. Unser ländlicher Raum ist jedoch auf den Wechsel zur E-Mobilität noch nicht vorbereitet. Vielmehr wird die Mobilität teurer, ohne dass Alternativen zur Vefügung gestellt werden. Ob das Elektroauto in der Gesamtbilanz klimafreundlicher  als die Verbrenner wird derzeit auch in Frage gestellt. Bleiben wir dran am Thema.

 

Ein Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel ist (noch nicht) nur begrenzt möglich. Weder ist ein ausreichender Öffentlicher Nahverkehr vorhanden, noch gibt es ausreichende Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge. Ein sicheres Radwegenetz muss ebenfalls erst geschaffen werden. Digital haben wir ebenfalls erheblichen Nachholbedarf. Autonomes Fahren liegt in ganz ferner Zukunft da auch hier die nötige Infrastruktur nicht vorhanden ist. Notgedrungen müssen im ländlichen Raum weiterhin Kraftfahrzeuge mit Verbrennermotoren genutzt werden.

 

Das durchschnittliche Alter von in Deutschland zugelassenen Personenkraftwagen steigt. Im Jahr 2019 waren es 9,5 Jahre. Etwa ein Viertel aller Autos ist zwischen fünf und neun Jahren alt. Die durchschnittliche Lebensdauer für privat genutzte Personenkraftwagen betrug im Jahr 2014
achtzehn Jahre. Bis der Fahrzeugbestand ersetzt ist, wird es also noch einige Zeit dauern.

 

Mittelfristig sollen im Landkreis Helmstedt Busse mit Brennstoffzellen genutzt und vor Ort sogar umgerüstet werden. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Den Umbau befürworten wir sehr. Es reicht jedoch nicht, vorhandene Busse einfach zu ersetzen. Das ÖPNV-Netz muss durch eine bessere Vertaktung und Vernetzung attraktiver werden. Außerdem muss der ÖPNV preiswerter werden. Das Preisniveau darf nicht höher sein, als in den Großstädten. Eins ist sicher: Die Mobilität wird teuerer. Die Verteuerung wird in den nächsten Jahren kontinuierlich ansteigen. Die Mängel im ländlichen Raum werden aber bleiben.

 

Foto: wdh

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